Glossar
Die Chlamydien-Infektion – eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten
Chlamydien sind Bakterien und die Ursache für eine der häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Eine Infektion mit Chlamydien (Chlamydia trachomatis) hat primär Auswirkungen auf die Harn- und Geschlechtsorgane, diese können dort Entzündungen hervorrufen. Sowohl Frauen als auch Männer können sich mit Chlamydien anstecken.
Wie kann man sich anstecken?
Chlamydien werden über direkten Kontakt mit infektiösen Schleimhäuten oder Körperflüssigkeiten übertragen. So ist eine Ansteckung insbesondere bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr (=ohne Kondom) möglich. Die Erreger können sowohl über den vaginalen und den analen Weg als auch beim Oralverkehr über die Mundschleimhaut übertragen werden.
Eine Infektion mit Chlamydien ist insbesondere bei Frauen eine der Hauptursachen für Unfruchtbarkeit. Besonders junge Frauen können sich leicht anstecken, da die Schleimhaut am äußeren Muttermund bei dieser Personengruppe häufig anfälliger für eine Infektion ist. Auch bei häufigem Partnerwechsel steigt das Risiko einer Ansteckung, insbesondere dann, wenn es zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr kommt und nicht sicher ist, ob der Partner infiziert ist. Frauen im gebärfähigen Alter mit häufigem Partnerwechsel sollten sich deshalb regelmäßig untersuchen lassen.
Nach Informationen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) geht man davon aus, dass in Deutschland Tausende Frauen aufgrund einer Chlamydien-Infektion unfruchtbar sind.
Was sind die möglichen Folgen einer Chlamydien-Infektion?
Auswirkungen bei Frauen
Wenn Chlamydien nicht behandelt werden, kann es bei Frauen zu ernsten Entzündungen der Unterleibsorgane (Gebärmutterhals, Eileiter, Eierstöcke) kommen. Auch die Unfruchtbarkeit ist eine mögliche Folge nicht behandelter Infektionen. Bei schwangeren Frauen ist eine Chlamydien-Infektion besonders gefährlich. Sie kann möglicherweise zu einer Früh- oder Fehlgeburt führen oder sich auf das Neugeborene in Form von Augenentzündungen, Problemen mit der Lunge oder Atemnot auswirken.
Auswirkungen bei Männern
Eine Chlamydien-Infektion bei Männern kann sich auf die Harnröhre auswirken und verursacht dann ein Brennen beim Wasserlassen oder einen milchigen Ausfluss. Auch eine Infektion von Prostata und Nebenhoden ist möglich. Erreger, die in unseren Industrienationen vorkommen, wirken sich eher auf die Harn- und Geschlechtsorgane aus. In tropischen Ländern kommen Erreger vor, die eine Erkrankung an den Augen oder des Lymphsystems verursachen können.
Was sind die Symptome einer Chlamydien-Infektion?
Da eine Infektion mit Chlamydien oft keine oder nur wenige Symptome hervorruft, werden viele davon nicht oder zu spät entdeckt. Dies ist besonders deshalb gefährlich, weil unbehandelte Infektionen Langzeitschäden in Form von Unfruchtbarkeit auslösen können. Rechtzeitig entdeckt, lassen sich Chlamydien jedoch gut mithilfe von Antibiotika bekämpfen. Daher ist es wichtig, sich als Frau und Mann regelmäßig untersuchen zu lassen. Jetzt Termin vereinbaren.
Wie kann eine Chlamydien-Infektion erkannt werden?
Eine Chlamydien-Infektion kann z.B. durch einen direkten Nachweis der Bakterien erkannt werden. Hierbei gibt es unterschiedliche Testverfahren. Bei einem Abstrich werden bei der Frau Zellen aus der Gebärmutterhalsschleimhaut entnommen und im Labor auf die Bakterien untersucht. Alternativ kann auch ein Urintest (Speziell bei Männern) zur Anwendung kommen.
Wer übernimmt die Kosten für eine Chlamydien-Test?
Die Kosten für einen Chlamydien-Test für Frauen werden von den gesetzlichen Krankenkassen einmal im Jahr bis zum abgeschlossenen 25. Lebensjahr übernommen. Frauen über 25 und Männer müssen die Kosten selbst tragen. Der Test zählt zu den individuellen Gesundheitsleistungen (IGel), bei denen die Patienten auf der Basis von Nutzen und Risiko selbst abwägen können, ob sie die Zusatzleistung in Anspruch nehmen. Besteht jedoch eine Vermutung auf eine Infektion mit Chlamydien und wird der Chlamydien-Test in der Folge vom Arzt verordnet, übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Mehr dazu: Unsere Wahlleistungen.
Wie kann das Risiko einer Chlamydien-Infektion reduziert werden?
Eine Ansteckung mit Chlamydien kann durch Kondome zwar nicht verhindert, aber das Risiko für eine Infektion deutlich reduziert werden. Empfehlung: Risiko reduzieren und testen lassen.
Besonders bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr ist eine Ansteckung mit Chlamydien mit einem hohem Risiko verbunden und kann zu Langzeitschäden, z.B. Unfruchtbarkeit, führen. Da eine Chlamydien-Infektion häufig keine oder nur leichte Symptome mit sich bringt, ist ein regelmäßiger Test vor allem für die Risikogruppen (junge Frauen, Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern) empfehlenswert. Im Anfangsstadium kann die Infektion mithilfe von Antibiotika gut behandelt werden. Auch die Behandlung des Partners der infizierten Person ist dann ratsam.
ÖSTROGENHALTIGE VERHÜTUNGSMITTEL
Kombinationspille
Die meistgenutzte Verhütungsmethode und ein verlässlicher Schutz vor ungewollter Schwangerschaft ist die Kombinationspille. Kombination deshalb, da die meisten Pillen die beiden wichtigsten weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen enthalten. Durch die tägliche Einnahme über 21 Tage hinweg, wird der Eisprung gehemmt und erst in den folgenden 7 Tagen, während der Einnahmepause, kommt es zur Blutung.
Vaginalring
Der Vaginalring ist ein ungefähr 5 cm breiter, flexibler Kunststoffring, der selbstständig in die Scheide eingeführt wird. Der Verhütungsring verbleibt dort für drei Wochen und enthält ebenso wie die Kombinationspille Östrogen und Gestagen. Die Hormone werden über die Scheide aufgenommen und wirken auf den gesamten Körper. Dadurch wird der Eisprung gehemmt, das Eindringen von Spermien verhindert und das Einnisten einer befruchteten Eizelle erschwert. Nach der dreiwöchigen Benutzung folgt eine 7-tägige Pause ohne Ring und die Blutung setzt ein.
Hormonpflaster
Das Hormonpflaster ähnelt stark der Kombinationspille und enthält ebenso Gestagen sowie Östrogen, das über den gesamten Körper verteilt wird. Es kann auf Bauch, Po, Oberschenkel oder die Außenseite des Oberarmes aufgeklebt werden und ist ungefähr 5 x 5 cm groß. Das Verhütungspflaster sollte wöchentlich gewechselt werden. Neben der Hemmung des Eisprungs, wird ebenso die Durchlässigkeit für Spermien vermindert und ein Einnisten der befruchteten Eizelle vermieden.
VERHÜTUNGSMITTEL OHNE ÖSTOGEN
Minipille
Als Alternative für die Kombinationspille enthält die Minipille kein Östrogen, sondern nur Gestagen. Dadurch entfällt die Zyklusstabilisierung und Zwischenblutungen treten häufiger auf. Die enthalten Gestagene sorgen dafür, dass sich der Schleimpfropf im Gebärmutterhals so verdickt, dass ein Eindringen von Spermien verhindert wird. Zusätzlich baut sich dich Gebärmutterschleimhaut weniger auf, sodass sich eine befruchtete Eizelle nur schwer einnisten kann.
3-Monats-Spritze
Die Hormonspritze ist ein reines Gestagen-Präparat und deutlich höher dosiert als das Hormonimplantat oder die Minipille. Die Depot-Spritze wird durch den Frauenarzt per Injektion in den Oberarm oder in das Gesäß verabreicht. Durch das im Muskel entstehende Depot gelangen die Hormone langsam ins Blut und bieten dadurch drei Monate lang Schutz. So wird das Eindringen von Spermien und Einnisten der Eizellen in der Gebärmutter verhindert.
Hormonimpolantat
Das Hormonstäbchen ist eine langfristige Verhütungsart, die durch den Frauenarzt eingesetzt wird. Mit Hilfe einer Spritze wird das streichholzgroße Hormonimplantat auf der Innenseite des Oberarms mittels einer Spritze unter der Haut eingesetzt. Über einen Zeitraum von bis zu 3 Jahren gibt es Gestagene ab und verhindert das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter. Das Einnisten einer befruchteten Eizelle wird ebenso erschwert und die Eizellenreifung gehemmt.
Hormonspirale
Das Verhütungsschirmchen oder auch Gestagenspirale genannt, fällt in den Bereich der Langzeitverhütung und wirkt im Gegensatz zur Pille nicht auf den gesamten Körper, sondern nur lokal, direkt innerhalb der Gebärmutter.Die Hormondosis ist deutlich geringer und der natürliche Zyklus sowie Hormonhaushalt bleibt erhalten. Eingesetzt wird die Spirale vom Frauenarzt durch ein dünnes Röhrchen direkt in der Gebärmutter.
MECHANISCHE VERHÜTUNGSMITTEL
Kupferspirale und Kupferperlen-Ball
Diese beiden Verhütungsmittel wirken gleich und unterscheiden sich nur im Aufbau. Die Kupferspirale besteht aus einem mit Kupferdraht umwickelten Körper, der Kupferperlen-Ball ist ein sphärisch geformter Kupferball und ruht frei beweglich in der Gebärmutter. Beide Lösungen enthalten keine Hormone sondern geben stetig eine kleine Menge Kupfer ab, dass die Überlebensfähigkeit von Samenzellen hemmt. Eine Entzündungsreaktion der Gebärmutterschleimhaut vermeidet, dass sich befruchtete Eizellen einnisten können. Eingesetzt wird der Verhütungsschutz von einem Frauenarzt und verbleibt dann 3 bis 5 Jahre in der Gebärmutter.
Diaphragmar
Die Portiokappe ist ein mechanisches Verhütungsmittel. Es wirkt also nicht über Hormone, sondern hält als physische Barriere die Spermien davon ab in die Gebärmutter einzudringen. Das Diaphragma kann aus Latex, Silikon oder Gummi bestehen und wird, wenn nötig, vom Frauenarzt individuell angepasst. Vor dem Geschlechtsverkehr sollte die Kappe zusammen mit Samenzellen-abtötenden chemischen Verhütungsmitteln (Spermiziden) in die Scheide eingelegt werden. Die Haltbarkeit des Diaphragma liegt bei 1-2 Jahren und die Verhütungssicherheit ist stark von der korrekten Anwendung abhängig.
Kondom
Der Gummi ist das einzige Verhütungsmittel, das auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen kann. Ein hauchdünner, sehr dehnbarer Gummi fängt den Samenerguss auf und verhindert, dass Samenzellen in die Gebärmutter gelangen. Die Schutzwirkung von Kondomen hängen stark mit ihrer korrekten Verwendung und unbeschädigten Materialqualität zusammen. Deshalb ist vor dem Gebrauch auf Prüfsiegel und Haltbarkeitsdatum zu achten. Auch wenn Kondome für Safer Sex zwingend notwendig sind, so sollte immer eine sichere Verhütungsmethode zusätzlich gewählt werden.
NATÜRLICHE VERHÜTUNGSMITTEL
Zeitwahlmethode
Bei der Kalendermethode handelt es sich um eine periodische Enthaltsamkeit. Ausgehend von einem 28-tägigen Menstruationszyklus wird der 15. Tag als Termin für den Eisprung festgelegt. Aufgrund der Lebenszeit von Spermien und Eizelle liegt die Fruchtbarkeit der Frau somit zwischen dem 9. und 17. Zyklustag. Diese Methode kann ebenso bei Kinderwunsch sowie für die Verhütung sinnvoll eingesetzt werden. Voraussetzung dafür ist ein gutes Gefühl für den eigenen Körper und eine langfristige Messung des Menstruationsrhythmus. Apps, wie Lifesum helfen dabei eine Übersicht für den eigenen Rhythmus zu bekommen.
Temperaturmessmethode
Während tagsüber die Körpertemperatur Schwankungen unterliegt, pendelt sich diese in der Nacht auf ein Temperaturminimum ein. Die Temperatur beim Aufwachen wird deshalb als Basaltemperatur bezeichnet. Zwei Tage nach dem Eisprung bis zum Beginn der Regelblutung kommt es zu einem Anstieg der Basaltemperatur, was mit der Ausschüttung des Gelbkörperhormons zusammenhängt. Mit Hilfe der Temperaturmessmethode kann somit im Nachhinein festgestellt werden, ob ein Eisprung erfolgt ist.
Sterilisation
Eine operative Verhütung ist in den meisten Fällen irreversibel und sollte somit gut überlegt sein. Bei abgeschlossener Familienplanung ist diese Methode jedoch eine sehr sichere Form der Verhütung und beim Mann leichter durchzuführen als bei der Frau. Unter einer örtlichen Betäubung werden dabei die Samenleiter getrennt und verschlossen. Dadurch ist der Samentransport unterbrochen. Bei der Frau ist der chirurgische Eingriff größer und eine kurze Vollnarkose ist nötig. Bei der Operation werden die Eileiter durch einen Frauenarzt verödet oder abgeklemmt und so der Weg zur Gebärmutter blockiert.
